Kresse (Gartenkresse – Lepidium sativum)
Die Kresse ist eine schnell wachsende Nutzpflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse. Sie wird vor allem als frisches Würzkraut verwendet. Ihr würzig-scharfer Geschmack erinnert an Senf oder Radieschen. Kresse kann das ganze Jahr über angebaut werden und wächst sogar ohne Erde, was sie zu einer idealen Pflanze für Experimente und die Fensterbank macht.
Wie Kresse wächst Pflanzenwachstum verstehen am Beispiel Kressen Kulturpflanze
Kresse ist eine sehr schnell wachsende Pflanze und eignet sich besonders gut, um Pflanzenwachstum zu verstehen. Sie zeigt schon nach wenigen Tagen, wie stark das Wachstum von bestimmten Bedingungen abhängt.
Für das Wachstum braucht Kresse vor allem Licht, Wasser, Luft, Nährstoffe und Wärme. Diese Faktoren bestimmen, ob ein Samen keimt und wie sich die Pflanze entwickelt. Fehlt einer dieser Faktoren, verändert sich das Wachstum teils deutlich oder bleibt ganz aus.
Wasser ist entscheidend: Es aktiviert die Prozesse im Samen und ermöglicht die Keimung. Ohne ausreichende Feuchtigkeit kann kein Wachstum beginnen.
Nährstoffe liefern die Energie und Baustoffe für das Wachstum. In der Natur kommen sie meist aus dem Boden (der Erde). Manche Pflanzen – wie die Kresse – können jedoch in der frühen Keimphase auch von den im Samen gespeicherten Nährstoffen leben.
Luft wird ebenfalls benötigt, da Sauerstoff für die Keimung und das Wachstum wichtig ist. Auch Licht ist besonders wichtig, da Pflanzen es für die Fotosynthese benötigen.
Nur mit Licht können sie Energie herstellen und den grünen Farbstoff Chlorophyll bilden. Ohne Licht wächst Kresse zwar weiter, wird aber blass und bildet lange, dünne Triebe, da sie sich zum Licht streckt.
Die Temperatur beeinflusst das Wachstum zusätzlich stark. Kresse keimt besonders gut bei Wärme und wächst in warmen Jahreszeiten schneller als bei Kälte. Dadurch wird deutlich, wie eng Pflanzenwachstum mit den Jahreszeiten verbunden ist.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Regionalität. Kresse kann sehr gut lokal angebaut werden, zum Beispiel auf der Fensterbank, im Klassenzimmer oder im Schulgarten. Sie wächst sehr schnell und wird oft bereits als Keimling geerntet. Dadurch sind keine langen Wachstumszeiten und häufig auch keine weiten Transportwege nötig. Kresse ist deshalb ein gutes Beispiel für eine Pflanze, die sich besonders gut für einen regionalen und frischen Anbau eignet.
Auch die Saisonalität spielt eine besondere Rolle: Kresse kann zwar das ganze Jahr über wachsen, reagiert aber deutlich auf Umweltbedingungen. Sie zeigt sehr gut, dass Pflanzenwachstum immer vom Zusammenspiel aus Standort, Licht, Wasser und Jahreszeit abhängt.
So macht Kresse sichtbar, wie Pflanzen wachsen und wie stark Umweltfaktoren das Wachstum beeinflussen.
- Brunnenkresse: wächst im Wasser – auch wild an klaren Fließgewässern – und hat einen kräftig-würzigen Geschmack
- Kapuzinerkresse: essbare Blätter und Blüten, wird auch als Zierpflanze genutzt
- Gartenkresse: am häufigste verwendet, schnell wachsend; es werden die Sprossen geerntet
- Kresse enthält viele Vitamine, vor allem Vitamin C und Vitamin K
- enthält sekundäre Pflanzenstoffe, insbesondere Senfölglycoside (Glucosinolate)
- beim Zerkleinern entstehen daraus Senföle (Isothiocyanate)
- diese sind für den würzig-scharfen Geschmack verantwortlich
- sie können antimikrobiell und antibakteriell wirken (ähnlich wie bei Meerrettich oder Senf)
- als frisches Würzkraut auf Brot und Butter
- in Salaten und Quarkgerichten
- als Garnitur für Suppen und warme Speisen
- frisch geschnitten direkt über fertige Gerichte gestreut
Steckbrief Kresse und Rezept mit Kresse
Quellen
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (2016): Kräuter zum Frischverzehr aus dem Garten. https://www.lwg. bayern.de/mam/cms06/garten akademie/dateien/2166-2016. Pdf [2026-05-22].
Engelmann, W. (2009): Wie Pflanzen wachsen und sich bewegen. Tübingen: Institut für Botanik. S. 18f.
Geißelbrecht-Taferner (2009): Die Kräuterdetektive. Münster: Ökotopia.
Jäkel, L. (2020): Versuchs mal mit Pflanzen!. Baltmannsweiler: Schneider Verl. Hohengehren. S. 13ff.


